Offener Brief der Pixelgrünen an den BKM und Berliner Senat: Kein House of Games ohne das Computerspielemuseum – öffentliche Finanzierung jetzt!

Hier geht es zum vollen offenen Brief auf Deutsch. Find the full open letter here in English (with signing form in English). Für das Formular zur Unterzeichnung bitte runterscrollen.

Liebe Gemeinschaft, liebe Kollegschaft,

in Berlin entsteht aktuell das „House of Games“, ein staatlich geförderter Hub für die Games-Branche, allerdings ohne das Computerspielemuseum. Damit droht das House of Games zu einem abgekapselten Immobilienprojekt zu werden, das den gesellschaftlichen Mehrwert und die kulturelle Teilhabe vernachlässigt. Games verstehen sich nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern als elementares Kulturgut.

Ihr könnt ab jetzt mithelfen, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Unterzeichnet unten den offenen Brief mit eurem Namen oder eurem Unternehmen bzw. eurer Organisation.


Unterstützende Organisationen & Unternehmen

Bündnis Ost Logo

Bündnis Ost

Bootz Gaming UG Logo

Bootz Gaming UG

Flipper- und Arcademuseum Logo

Flipper- und Arcademuseum Seligenstadt

APETENSE Interactive UG Logo

APETENSE Interactive UG

Paintbucket Games Logo

Paintbucket Games UG

Unterstützende Personen

  • Grässer, Sebastian – Stellv. Sprecher, BAG Digitales und Medien Bündnis 90/Die Grünen
  • Dyrlich, Christopher – Mitglied, Pixelgrüne
  • Bury, Daniel – Mitglied, Pixelgrüne
  • Andrae, Jonas – Mitglied, Die Grünen
  • West, Johannes J. A. – Privatperson
  • Thon, Arne – Vorstandsvorsitzender, Hamburger Haie
  • Falkenhagen, Lena – Professorin für fahre Art and Design, HBK Essen
  • Nick, Vanessa – Vorsitzende Gemeindeverband Kirner Land, Bündnis 90/Die Grünen
  • Schäfer, Thomas – Co-Sprecher, BAG Digitales und Medien
  • Eikmeier, Dustin – Spieler und Kulturinteressierter, Privatperson
  • Heilrath, Peter – Rechtsanwalt
  • Meis, Tony – Vorsitzende*r, Pixelgrüne
  • Böll, Michaela – Museumsbesucherin
  • Zacharska, Matheus – Game Developer
  • Schmidt, Conrad – Privatperson
  • Szczepek, Dominik – Mitglied, Pixelgrüne
  • Wagner, Andreas – Privatperson
  • Lissowski, Max – Bundesarbeitsgemeinschaft Digitales und Medien Delegierter, Bündnis 90/ Die Grünen
  • Seitz, Sebastian – Privatperson
  • Grzembke, Tommy – Unity Generalist, DrengrGames
  • Schlicht, Oliver – Mitglied der Bündnis 90/Die Grünen, Bündnis 90/Die Grünen
  • Meyer, Frerk – Mitglied Netzbegrünung e.V., CCC e.V., Netzbegrünung e.V.
  • Babenhauserheide, Arne – Professioneller Softwareentwickler, Hobby-Spieleentwickler
  • Thies, Sorgenfrei – Slacker/wannabe so-called human being, Earthlings.
  • Lehmann, Tommy – Mitglied, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
  • Lübcke, Andrea – Mitglied des Bundestages, Bündnis 90/Die Grünen
  • Heinen, Lukas – Game Designer
  • Steger, Lilly – Games Studierende
  • Shalgachev, Anton – Programmer
  • Vaziri-Elahi, Ivonne – Narrative Designer, Game Writer, Lecturer
  • Wendel, Emanuel – Privatperson
  • Mostaghim, Sohrab – Game Designer – co-Founder, GameIsSerious.com
  • Shebanov, Nikolay – indie game developer, self-employed
  • Yakushchenko, Artem – animator, Ubisoft
  • Haesner, Peter – Property Manager, Ubisoft
  • Campos, Rui – game developer, Ubisoft
  • Tsyganov, Dmitry – programmer, Ubisoft
  • Yankov, Petar – Developer, Ubisoft

Für Presse- sowie sonstige Anfragen bitte melden unter vorstand@pixelruene.gg oder unter Kontakt.


Was ist das Computerspielemuseum Berlin?

35.000+

restaurierte Spiele und digitale Anwendungen
300+

historische und moderne Konsolenplattformen
150.000

Besuche im Rekordjahr 2023

Gegründet im Jahr 1997, leistet das weltweit erste Computerspielemuseum in Berlin unverzichtbare Arbeit bei der Restauration, Konservierung und Erforschung unserer Mediengeschichte (bspw. DDR-Spielekultur, Ludologie). Zum 30. Geburtstag verdient diese Institution das dringend notwendige Upgrade, nämlich den Umzug in das House of Games.

Warum setzen wir uns für eine öffentliche Finanzierung vom Computerspielemuseum ein?

  • Eine dauerhafte öffentliche Finanzierung senkt die Eintrittshürden und macht Kultur für alle Einkommensschichten zugänglich.
  • Mehr Ausstellungsfläche erlaubt es, gesellschaftliche Themen, historische Konsolen und neue Entwicklungen adäquat zu repräsentieren.
  • Der Einsatz moderner, zeitgemäßer Technologien macht die Ausstellungen immersiv erlebbar.
  • Der zentrale Standort an der Warschauer Straße sichert eine optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.
  • Das Museum profitiert unmittelbar vom staatlichen Museumsnetzwerk und dem Ökosystem des House of Games.

Warum im House of Games? Ist das nicht zu teuer?

Es ist nicht die Immobilienwahl vom House of Games, die wir verteidigen, es ist die Idee von einem geteilten Ort, an dem die Branche und Zivilgesellschaft zusammenkommen kann, die wir unterstützen. Weil bereits viel Geld in das Projekt geflossen ist, ist es für uns sinnvoll, dort anzusetzen und darauf aufzubauen. Einen zweiten Versuch für ein House of Games wird es in Berlin nicht geben.

Wir beobachten deutlich, dass es in der Branche Verstimmungen wegen der hohen Mietpreise beim House of Games gibt. Berlin ist allerdings in zentraler Lage generell betroffen von hohen Mietpreisen, das House of Games bildet da keine Ausnahme. Da mit der WISTA Management ein landeseigenes Unternehmen hinter dem Objekt steht, ist sichergestellt, dass die Mieten nicht profitorientiert sind und das Land Berlin den Einzug von KMUs unterstützen könnte.

Wir werden bald mehr wissen. Sollten die Mieten trotz öffentlicher Förderung dennoch überdurchschnittlich teuer sein, würden auch wir empfehlen, das Museum an einem anderen Ort in Berlin anzusiedeln. Der ausschlaggebende Punkt ist nicht das House of Games, sondern dass das Computerspielemuseum öffentlich finanziert wird. Unsere Initiative meint auch: kein House of Games, ohne, dass sich darum Gedanken gemacht wird, wie ein Computerspielemuseum öffentlich finanziert wird.

Warum Besucher*innen im House of Games, wo andere arbeiten? Fühlen sich die Teams nicht dadurch gestört?

Als Pixelgrüne setzen wir uns nicht nur für die Branche, sondern auch für die Gaming-Community ein. Das House of Games kann ein Ort sein, an dem Menschen aus vielfältigen, nicht-privilegierten Hintergründen niedrigschwellig dafür begeistert werden können, dass die Games-Branche nicht weit entfernt ist und auch sie ein Teil davon werden können. Die Branche kann viel dadurch gewinnen, dadurch vielfältiger und diverser zu werden.

Das Museum profitiert von dieser unmittelbaren Nähe – was wird gerade vor Ort entwickelt? Was sind spannende Themen für die Entwickler*innen vor Ort? Umgekehrt können Entwickler*innen vor Ort schnell in einen Austausch mit Gaming-Enthusiast*innen kommen, die nicht aus der Branche kommen.

Nichtsdestotrotz werden Sicherheitsbedenken und Rückzugsorte natürlich bedacht. Der für das Museum reservierte Flügel im House of Games hätte einen Eingang für Besucher*innen, der getrennt vom Arbeitsbereich der Entwickler*innen ist. Damit ist sichergestellt, dass Besucher*innen nicht das Arbeitsumfeld stören können.

Warum sind Games wichtig?

Wie stärken Spiele unsere Demokratie?
Games fördern Medienkompetenz und politische Bildung. Ein staatlich gefördertes Museum setzt sich intensiv mit den Schattenseiten wie Suchtgefahren, den ökologischen Auswirkungen der IT-Infrastruktur sowie Fragen zu Diversität, Feminismus und Erinnerungskultur auseinander.

Warum werden andere Medien bevorzugt gefördert?
Die Bundesregierung finanziert über den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) bereits 46 Kultureinrichtungen, darunter die Deutsche Kinemathek (für Filmgeschichte). Es ist an der Zeit, das Medium „Spiel“ politisch und gesellschaftlich gleichwertig zu behandeln. Wer die digitale Gesellschaft verstehen will, muss ihre Spielkultur verstehen.

Let’s change the game – kein House of Games ohne das Computerspielemuseum. Eine Initiative von Pixelgrüne e.V. in Gründung

Flyer zum offenen Brief Kein House of Games ohne das Computerspielemuseum – öffentliche Finanzierung jetzt!